Folgende Psychotherapieformen werden derzeit von den gesetzlichen wie von vielen privaten Versicherungen übernommen und unterliegen in entsprechenden Richtlinien definierten Antragsverfahren ("Richtlinien-Psychotherapie"):

  • Verhaltenstherapie
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • analytische Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie werden auch als "psychodynamische" oder "konfliktzentrierte" Psychotherapieverfahren zusammengefasst)

Es gibt ärztliche wie psychologische Psychotherapeuten ausschließlich für Verhaltenstherapie und solche ausschließlich für analytische und/oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Therapeuten, welche analytische Psychotherapien durchführen, führen immer auch tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien durch, nicht aber umgekehrt.

Für welche Therapierichtung soll man sich entscheiden? Die Bundesärztekammer betreibt eine Versorgungsforschung zur psychotherapeutischen Versorgung in der Bundesrepublik. In einem der Berichte heißt es zu der Frage, an welche Therapierichtung man sich wenden solle, dass nach Einschätzung der ambulant tätigen Psychotherapeuten selbst "... es eine eher schwache Differenzierung der Tätigkeitsfelder gebe und es wichtiger sei, überhaupt einen Therapeuten zu finden, mit dem man auch gut arbeiten kann." Es geht zunächst also weniger um die Frage der Therapierichtung, sondern mehr um die Passung zwischen dem Therapeuten und einem selbst, darum, "dass die Chemie stimmt". Nur, wenn man vielleicht weiß, dass einem eine bestimmte therapeutische Arbeitsweise (eher psychodynamisch bzw. konfliktzentriert oder eher übend bzw. verhaltenszentriert) mehr zusagt als eine andere, sucht man einen Therapeuten in eben dieser Therapierichtung.

In der therapeutischen Arbeitsrealität ist die Abrenzung weniger starr, als das mit diesen Hinweisen erscheinen mag. Psychodynamiker nutzen bei Bedarf ebenso verhaltenstherapeutisches Wissen und Können, wie umgekehrt Verhaltenstherapeuten bei Bedarf psychodynamisches Wissen und Können nutzen. Hinzu kommen weitere übende Verfahren wie Entspannungsverfahren, aber auch Meditation.

Dr. med.
Anna Elisabeth Landis

Fachärztin für Psychiatrie + Psychotherapie,
Fachärztin für Psychosomatik + Psychotherapie,
Psychoanalyse, Ärztliches Qualitätsmanagement

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